Mutterschutz

Gepostet Von am Jan 2, 2016 | Keine Kommentare


Liebe werdende Mama!

Du hast ein Recht Dich und Dein Ungeborenes vor zu hoher Belastung durch deine Arbeit zu schützen. Wie das so ist und wie die Bestimmungen dafür sind, kannst du hier lesen.

Auf dass es eine entspannte und möglichst stress-freie Zeit für Euch sein kann!

Mutterschutz, was ist das

Der Mutterschutz ist ein Schutz der Gesundheit von Dir und Deinem Kind. Es bedeutet, dass während Deiner Schwangerschaft und in den Wochen nach der Geburt bestimmte Regelungen gelten und Du von der Arbeit in einem bestimmten Zeitraum freigestellt bist. Dennoch hast Du Anspruch auf eine Lohnfortzahlung bzw. auf Wochengeld nach der Geburt (sofern Du angestellt oder als Lehrling arbeitest). Für selbständig tätige Frauen gelten eigene Regelungen, über die die Österreichische Wirtschaftskammer (https://www.wko.at/Content.Node/Service/Arbeitsrecht-und-Sozialrecht/t/Rechtpraktisch07.08.2014.html) ausführlich informiert.

Meldung Deiner Schwangerschaft

Zu aller erst geht es darum, Deine Schwangerschaft beim/bei der ArbeitgeberIn zu melden. Du bist nicht verpflichtet die Schwangerschaft sofort zu melden. Erst spätestens 12 Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin solltest Du dies jedoch tun, so dass es deiner/deinem ArbeitgeberIn auch möglich ist Dich und Dein Kind vor zu viel Anstrengung zu schützen. Ein nicht-Melden der Schwangerschaft ist kein Kündigungsgrund.

Pflichten des/der DienstgeberIn

Es ist die Pflicht deiner/s DienstgeberIn, dafür zu sorgen, dass bestimmte Aufgaben nicht mehr von Dir ausgeführt werden. Dazu gehören während Schwangerschaft UND Stillzeit: schweres Heben und Tragen (über 5kg), Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen (z.B. infektiöse Körperflüssigkeiten), Arbeit bei schädigendem Einfluss von Hitze, Kälte oder Nässe, das Ausgesetzsein von Unfallgefahren, Akkord- oder akkordähnliches Arbeiten, Nachtdienste, Sonn- und Feiertagdienste.

Folgende Aufgaben dürfen NUR während der Schwangerschaft nicht verrichtet werden (während der Stillzeit schon): Arbeiten hauptsächlich im Stehen ohne Möglichkeit zur Pause (bis zur 21. Woche erlaubt, wenn eine Sitzmöglichkeit gegeben ist) und Aufgaben bei denen Du Tabak Rauch ausgesetzt bist.

Recht auf Pause

Dein/e ArbeitgeberIn ist verpflichtet, dir während deiner Arbeitszeit Pausen zu ermöglichen, grundsätzlich ist er/sie sogar verpflichtet, Dir eine Möglichkeit Dich hin zu legen zu bieten. Diese Pausen und auch der Besuch bei Arzt/Ärztin oder Hebamme zur Durchführung von Mutter-Kind-Pass Kontrollen/Gesprächen gilt als reguläre, bezahlte Arbeitszeit.

Kündigungsschutz

Wurde Dein/e ArbeitgeberIn über die Schwangerschaft informiert, so besteht für Dich ein Kündigungsschutz während der Schwangerschaft, den ersten vier Monaten nach der Geburt bzw. 4 Wochen über das Ende Deiner Karenz- oder Elternzeit hinaus. Wurdest Du bereits gekündigt, bevor Du Deine Schwangerschaft bekannt gegeben hast, so musst Du dies binnen 5 Tagen nachholen, so dass die Kündigung rückgängig gemacht wird.

Bei einem befristeten Dienstverhältnis oder einer Arbeit in Probezeit gelten diese Regelungen nicht.

Dauer meines Mutterschutzes

Während 8 Wochen vor- und 8 Wochen nach der Geburt gilt dein Mutterschutz auf alle Fälle und bedeutet ein Arbeitsverbot für Angestellte. Sollten in Deiner Schwangerschaft Komplikationen auftreten, ist es in manchen Fällen, mit einem ärztlichen Attest, auch möglich verfrüht in den Mutterschutz zu gehen.

Wenn Deine Geburt eine Frühgeburt, eine Geburt von Mehrlingen (Zwillingen) oder eine Kaiserschnittgeburt sein sollte, so hast du Anspruch auf 12 Wochen Mutterschutz (und Wochengeld) nach der Geburt.

Wochengeld

Wochengeld beziehst Du während Deines gesamten Mutterschutzes. Zu Beginn Deiner Schwangerschaft muss der Antrag auf Wochengeld bei Deiner Krankenkasse eingereicht werden. Die Höhe des Wochengeldes berechnet sich aus Deinem Netto-Einkommen in den letzten 3 Monaten vor Beginn des Mutterschutzes.

Nach dem Anspruch auf Wochengeld hast Du Anspruch auf Karenz. Mehr dazu in meinem Blogg Beitrag zur Karenz.

Wiedereinstieg in die Arbeit

Spätestens 4 Monate vor dem geplanten Wiedereinstieg in Deine Arbeit solltest Du Deiner/m DienstgeberIn Bescheid geben. Es ist sinnvoll Dich schon früh (während der Schwangerschaft) mit einem geplanten Wiedereinstieg auseinander zu setzen, weil diese Entscheidung im Zusammenhang mit dem Bezug des Kinderbetreuungsgeldes steht.

Dr. Gerda Kosnar-Dauz, Ärztin für Allgemeinmedizin, Homöopatin und IBCLC Stillberaterin, eine unserer Kooperationspartnerinnen mit jahrelanger Erfahrung und selbst Mutter 3er Kinder, gibt an dieser Stelle zu bedenken, dass die Entwicklung der Kinder in Richtung „erste Selbständigkeit“ oft erst etwas nach dem ersten Geburtstag eintritt. Daher empfiehlt sie, aus ihrer Erfahrung in der Begleitung junger Eltern heraus, eher einen längeren Zeitraum einzuplanen. Das ermöglicht Dir uns Deinem Kind einen sanften Übergang in einen neuen Alltag, in dem auch Deine Arbeit wieder einen Platz findet.

Weiters gibt auch Saphira gerne Auskunft darüber, wann das Kind in etwa welche Entwicklungsschritte macht, und wie es da stressfrei einen gemeinsamen Übergang geben kann.

QUELLEN

Fokus Kind Medien. (2004-2013). Karenz.at. Retrieved April 20, 2014, from http:// www.karenz.at

Portal der Arbeiterkammern. (2014). Beruf & Familie. Retrieved April 20, 2014, from http:// www.arbeiterkammer.at/beratung/berufundfamilie/index.html

Danke auch für die Unterstützung durch Victoria Seisenbacher, Hebamme.

 

 

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